Bundestagung in Darmstadt

Wahrlich einen exzellenten Standort hat der Vorstand für die diesjährige Bundestagung ausgesucht. Rund 120 Damen aus den meisten Gruppen des Verbandes kamen in den Genuss, Darmstadt und den Jugendstil kennen- und schätzen zu lernen. Dazu war auf der Mathildenhöhe die beste Gelegenheit. Die Künstlerkolonie gilt mit ihren Häusern, Gartenanlagen und Kunstwerken noch heute als schönste Jugendstilanlage Deutschlands.

Die Künstler, u.a. Joseph Maria Olbrich, Peter Behrens und Albin Müller, inszenierten das Gelände als ästhetisches Gesamtkunstwerk. Während der einstündigen Führungen auf der Mathildenhöhe wurde die Bedeutung der Bauten, aufgelockert durch Anekdoten, bestens vermittelt. Viele Damen hatten auch die Gelegenheit, das Interieur im Großen Haus Glückert zu bewundern. Das Haus, das sich der Möbelfabrikant Julius Glückert von Olbrich errichten ließ, wurde in der Bombennacht 1944 teilweise zerstört, dann wieder aufgebaut und in den 1980er Jahren restauriert. Heute ist es Sitz der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Ein weiterer Höhepunkt der Führung war die Besichtigung des Platanenhains ein Gesamtkunstwerk des Künstlers Bernhard Hoetgers. Das Skulpturenprogramm stellte er unter den Leitgedanken des Werdens und Vergehens in der Natur, unter das Symbol des Wassers.

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Nach dem geführten Rundgang hatten wir ausreichend Gelegenheit, das sehr gut ausgestattete Museum zu besuchen, nach einer Taufe kurz einen Eindruck von der Russisch-orthodoxen Kapelle zu erhaschen und vom Hochzeitsturm aus einen Blick auf die Mathildenhöhe, zur Waldspirale von Hundertwasser und bis nach Frankfurt und dem Feldberg zu werfen. Der Wettergott zeigte sich gnädig. Ein wunderbarer Auftakt der Bundestagung. Mit einem Sektempfang im Maritim Konferenzhotel Darmstadt begann der festliche Teil des Gala-Abends. Eingeleitet von der Bundesvorsitzenden Dr. Kessler-Slotta sprach Gabriele Mair – stv. Frauen-und Gleichstellungsbeauftrage der Wissenschaftsstadt Darmstadt ein Grußwort und bedankte sich für die Spende des Verbandes an die Luise Büchner Gesellschaft.

Den Festvortrag hielt der Direktor des Instituts Mathildenhöhe Dr. Philipp Gutbrod. In seinem brillant gehaltenen Vortrag wies er anhand von Fotos auf die herausragende Bedeutung der Anlage hin, die heute noch Bestand hat. Der Großherzog Ernst Ludwig, der 1899 progressive Architekten, Bildhauer und Maler nach Darmstadt geholt hat, verstand es, nicht nur Kultur, sondern auch die Wirtschaft zu fördern. Dr. Gutbrod verwies auch auf die vier berühmten Ausstellungen in Darmstadt hin und würdigte u.a. die erstaunliche Modernität der Künstler für die damalige Zeit. So wurden nicht nur ästhetisch schön gestaltete Eigenheime gebaut, sondern auch günstiges Design für die große Masse entworfen und eine Kleinwohnungskolonie für Arbeiter gebaut.

Kurz und gut: Die Mathildenhöhe ist ein Juwel, das Weltgeltung verdient. Deshalb hat die Kultusministerkonferenz beschlossen, die Künstlerkolonie Darmstadt im Jahr 2019 auf die offizielle Vorschlagsliste Deutschlands für künftige UNESCOWelterbestätten zu setzen. Ausschlaggebend sei u.a. der außergewöhnliche universelle Wert der Mathildenhöhe. In drei Jahren gibt es dann in Darmstadt hoffentlich Grund, die hohe Auszeichnung zu feiern. Nach dem Vortrag sorgte ein reichhaltiges Dinnerbuffet bestens für das leibliche Wohl. Der Abend endete mit vielen guten Gesprächen unter uns.

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Am nächsten Morgen begann die Jahreshauptversammlung. Zu Beginn informierte Frau Kuchemüller in Vertretung von Agnes Schmidt über das geplante Denkmal für Luise Büchner und stellte die Darmstädter Mitbegründerin der Deutschen Frauenbewegung vor. Nach der erfolgreichen Wiederwahl der Kassenführerin Renate Szymanek und der Protokollführerin Sibylle Weitkamp stellten sich kurz die vier neuen Gruppenvorsitzenden vor. Dabei kam die Problematik der Nachfolge des Vorstandes in den einzelnen Gruppen ins Gespräch. In der Diskussion wurde deutlich, dass nicht die 1. Vorsitzende alle Last zu tragen hat, sondern in einem Team bzw. mehreren Beiräten erfolgreich gestaltet und gearbeitet werden kann. Mit einem Mittagessen endete diese eindrucksvolle Bundestagung.

Inge Kellersmann

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Jahresbericht 2016

Meine lieben Damen,

mein Jahresbericht umfasst die unterschiedlichen Schwerpunkte meiner Tätigkeit:
die Planung und Durchführung zweier jährlich stattfindender Tagungen, die Kooperation mit der Akademie Franz Hitze Haus in Münster, die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Frauenrat in Berlin, Jubiläumsfeiern in verschiedenen Gruppen, die Bewältigung anstehender Probleme in den Gruppen sowie Ansprechpartnerin zu den vielfältigsten Fragen von Vorsitzenden und Mitgliedern zu sein.

Im Rahmen unserer Bundestagung 2016 konnten wir gemeinsam mit 170 Damen aus ganz Deutschland das 120-jährige Jubiläum unseres Verbandes im April in Hannover begehen. Gut organisiert und eingebettet in ein reichhaltiges Kulturprogramm hat uns die ausrichtende Gruppe Hannover einen festlichen Abend im Hotel Courtyard Marriott am Maschsee mit Musik, zahlreichen Ehrengästen aus der Stadt, Literatureinlagen und Kulinarik beschert. Der darauffolgende Vormittag war der Mitgliederversammlung mit Wahlen und anstehenden Fragestellungen vorbehalten.

Im November trafen sich traditionsgemäß im Liudger-Haus in Münster der Bundesvorstand, die Gruppenvorsitzenden mit Stellvertreterinnen sowie die Redaktion unserer Zeitschrift, um Neuausrichtungen zu diskutieren und Problemlösungen anzustreben. Die intensive Kommunikation ermöglicht zudem die Pflege guter und freundschaftlicher Kontakte zu den Gruppenvorsitzenden und deren Vorständen und stellt somit auch ein wichtiges Element unseres Verbandslebens dar.

Die Kooperation mit der Akademie Franz Hitze Haus in Münster hat sich im Bereich der Literatur fortsetzen lassen. Anfang September 2016 besuchten Damen aus 17 Gruppen das dreitägige Seminar, das ausschließlich für Damen unseres Verbandes vorgesehen war. Die kompetente und uns mittlerweile wohl vertraute Literaturspezialistin Dr. Christiane Dahms widmete sich medienübergreifend dem Thema „Wien um 1900“. Vielschichtige Texte und Zeitdokumente vermittelten ein facettenreiches Bild jener Umbruchzeit und veranlassten die Teilnehmerinnen zu reger Mitarbeit.

Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Frauenrat als übergreifender Vereinigung von Frauenverbänden in der Bundesrepublik Deutschland ist fortgesetzt worden. Dazu bot erstens die Teilnahme an der Feier zum 30-jährigen Bestehen des Bundesfrauenministeriums Anfang Juli 2016 in Berlin Gelegenheit. Im Zentrum der Feier stand der Rückblick der Ministerin Manuela Schwesig auf eine erfolgreiche Frauen- und Gleichstellungspolitik, die unsere Gesellschaft nachhaltig verändert und geprägt hat. Und zweitens war ich gleichfalls in Berlin Gast beim Jahresempfang anlässlich des Internationalen Frauentages Anfang März 2017. Auch hier hat die Ministerin Schwesig Gesetzesänderungen und Gesetzesvorschläge bilanziert sowie weitere Fragen etwa zur Gleichstellung der Frau in puncto Lohngerechtigkeit aufgeworfen und das Thema Gleichberechtigung weiterhin als generelles Desiderat angemahnt.

Zahlreiche Jubiläen in den Gruppen waren in den vergangenen Monaten zu verzeichnen. Ende April 2016 feierte die Gruppe Nürnberg ihr 100-jähriges Bestehen mit einer stimmungsvollen Festveranstaltung, zu deren Highlights eine Modenschau mit nostalgischen Hutmodellen,vorgeführt von Damen der Gruppe Nürnberg, zählte. Eingebunden in die respektable Ausgabe einer eigenen Zeitschrift „Frau und Kultur – Gruppe Nürnberg“ und als „Rückblick 2016“ betitelt, vermögen Texte und Bilder davon einen anschaulichen Eindruck zu vermitteln.

Ende Juni 2016 feierte die Gruppe Bochum ihr 95-jährges Jubiläum in den Räumen der Gesellschaft Harmonie mit einem musikalischen Rückblick in ihre Gründungszeit. Ein Duo trug bei sommerlicher Hitze ein Potpourri schwungvoller Schlager der 1920er Jahre vor.

Anfang Oktober 2016 beging die Gruppe Gießen ihr 90-jähriges Bestehen, in dessen Rahmen die Vorsitzende Dr. Annegret Körner den Ehrenbrief und die Ehrennadel des Landes Hessen für ihr verdienstvolles ehrenamtliches Wirken aus den Händen der Oberbürgermeisterin erhielt. Meine Stellvertreterin, Ursula Dorothee Volkland, hat mich bei dieser Festveranstaltung in Gießen vertreten.

Mitte März 2017 war ich Gast beim 30-jährigen Bestehen der Gruppe Bad Neuenahr-Ahrweiler. Bei frühlingshaften Temperaturen konnte ich eine Feier miterleben, die dem Namen unseres Verbandes alle Ehre machte: Literarische Texte, vorgetragen von Anke Linsa und den Damen des Vorstandes, sowie eigene Erlebnisse von Studienreisen und Erinnerungen, musikalisch umrahmt von einem örtlichen Mandolinen- und Gitarrenorchester, verliehen dem Nachmittag eine überaus stimmungsvolle Wirkung.

Mitte Oktober 2016 traf uns völlig überraschend die Insolvenz des Verlagshauses Monsenstein und Vannerdat OHG in Münster, des Druckhauses unserer Zeitschrift. Dank des tatkräftigen und beherzten Agierens von Inge Kellersmann konnte binnen kurzer Zeit ein neues Druckhaus, die Stober GmbH in Eggenstein, gefunden werden, so dass die Drucklegung von Heft 3/2016 nahezu in gleicher Weise und von vielen Leserinnen sicherlich unbemerkt – erfolgen konnte und zukünftig wird.
Dr. Elisabeth Kessler-Slotta

Seminare 2014

Literaturseminar „Dichter als Maler und Maler als Dichter“

Doppelbegabungen in den Künsten
– Schreiben oder Zeichnen? – Künstler mit Doppelbegabungen
– Bilder in Texten und Bilder als Texte: Erzählen in beiden Künsten
– Seelenlandschaften, Dichter- und Malerfiguren

Termin: Fr., 05.09.2014 ab 16 Uhr – So., 07.09.2014, 13 Uhr
Tagungsleitung: Gabriele Osthues, Akademiedozentin Franz Hitze Haus gemeinsam mit der Literaturwissenschaftlerin Dr. Christiane Dahms
Kosten: Tagungsbeitrag 140 €
Übernachtung im Zweibettzimmer 30 €, im Einzelzimmer 50€
In Zusammenarbeit mit der Akademie Franz Hitze Haus in Münster.
Tagungsort u. schriftliche Anmeldung für alle Seminare:
Akademie Franz Hitze Haus, Kardinal-von-Galen-Ring 50, 48149 Münster,
Tel. 0251-9818416, e-mail: conlan@franz-hitze-haus.de
Bitte Tagungsnr.: 14-718 WT angeben!

Kreative Seminartage in Bad Pyrmont 2014

So., 31.8.2014 -Fr., 5.9.2014
Leitung: Ursel Galgan
Themen:
1. Schmuckgestaltung aus verschiedenen Materialien und Techniken.
2. Bearbeiten von Alufolie (extra stark). Leitung Gisela Schlitt-Mattlener.
3. Alte, fast vergessene textile Techniken (Stickmuster und mehr …)
Leitung: Ursel Galgan.
Kosten: 25 € Tagungsgebühr bei mind. 12 Teilnehmerinnen sowie die Kosten für Übernachtung und Verpflegung im Ostheim in Bad Pyrmont.
Informationen: Ursel Galgan, Rosengarten 15 b, 29549 Bad Bevensen,
Tel.: 05821/9696139

Bundestagung vom 27.-28. April 2014 in Lübeck

Galerie

Diese Galerie enthält 20 Fotos.

Im Rahmen der 100-Jahr-Feier der Verbandsgruppe Lübeck fand die Bundestagung vom 27.-28. April 2014 in Lübeck statt. Das Rahmenprogramm begann um 14.00 Uhr mit einer Schifffahrt vom Hotel Radisson Blu Senator aus um die Altstadtinsel. Um 15.30 Uhr Besuch der … Weiterlesen