Was machen die Mitglieder während des Lockdowns in der Corona-Krise

Was machen die Mitglieder während des Lockdowns in der Corona-Krise, wenn sie sich nicht zu Veranstaltungen treffen können?
Zum Beispiel die Gruppen Hannover, Aachen und Münster

Natürlich haben wir ganz viel unter- und miteinander telefoniert und gemailt, um den Kontakt zu halten. Aber womit haben sich einzelne Mitglieder in der Zeit der Isolation beschäftigt?

Ich bin ganz viel spazieren gegangen, jeden Tag ca. 15 Kilometer. Luft, Licht und Bewegung tun gut und machen den Kopf frei. Man kann seinen Gedanken nachgehen, ihnen freien Lauf lassen. Und so habe ich meine nähere Umgebung ganz anders als sonst wahrgenommen. Ich habe botanisiert, ornithologische Studien betrieben, den Kuckuck rufen gehört und an das Portemonnaie geklopft, mit dem Fernglas den Horizont abgesucht, blühende Kleingartenkolonien durchstreift, Störche beim Brutgeschäft beobachtet und dann die Fütterung der Jungstörche. Auch ihr Klappern war zu vernehmen. Man wird zur Einzelgängerin – und gewöhnt sich daran. Der Ausspruch des Schweizer Dichters Gottfried Keller kam mir in den Sinn: „Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, von dem goldnen Überfluss der Welt.
An einem Haus sah ich im Fenster zwei hübsche Kinderzeichnungen mit je einem bunten Regenbogen. Unter den Bögen war ein kleines Haus gemalt mit dem Satz: Wir bleiben zu Hause. Über den Regenbögen stand: Alles wird gut. Die beiden Zeichnungen haben mich sehr berührt. Der Regenbogen ist zum Symbol der Hoffnung geworden. Kinder malen bei dieser Regenbogenaktion einen Regenbogen und kleben ihn ans Fenster oder an die Tür. Andere Kinder können auf ihrem Spaziergang die Regenbögen suchen oder zählen, und gleichzeitig sehen sie, dass auch andere Kinder zu Hause bleiben müssen.

Bild Sibylle Weitkamp Regenbogen

Auch habe ich viel gelesen, u. a. von Alain de Botton: Kunst des Reisens. Er zitiert einen Satz aus den „Gedanken“ des großen französischen Denkers Blaise Pascal (1623 – 1662): „Das ganze Unglück der Menschen rührt aus einem einzigen Umstand her, nämlich, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können“. Und Botton berichtet von dem französischen Schriftsteller Xavier de Maistre (1763 – 1852), der 1790 eine Reise durch sein Zimmer machte und später seinem Bericht darüber den Titel gab: „Reise um mein Zimmer“. In dankbarer Erinnerung an seine Erlebnisse unternahm de Maistre 1798 eine zweite Reise. Diese fand nachts in seinem weiß-rosa Schlafanzug statt, der Reisende wagte sich bis an den Fenstersims und gab später diesem Bericht darüber den Titel: „Nächtliche Entdeckungsreise um mein Zimmer“. Eine geeignete Lektüre für Corona-Zeiten im Lockdown!

Sibylle Weitkamp

 

Sind es immer die „Mängelwesen“, die träumen?
So scheint es 1838 Clemens Brentano gesehen zu haben in seinem Gedicht „Wenn der lahme Weber träumt, er webe, Träumt die kranke Lerche auch, sie schwebe…“ Ich kann jetzt ergänzen: Wenn der eingesperrte Maler träumt, er male weite, bunte Räume….

Ab Mitte März 2020 erging es mir genau so. Die Zwangsvereinsamung kam langsam und unerbittlich. Spontanes Begegnen, Treffen guter Freunde, Beteiligung an der Frühjahrsausstellung einer Künstlervereinigung, Planung der Jubiläumsausstellung einer „Hanse“-Stadt – nicht nur das fiel ins Wasser. „Bleib alleine!“ Sicherlich sinnvoll, aber der Preis war eine malerische Ohnmacht. Ich ging an der Staffelei, an den halbfertigen Bildern, die da vor sich hin trockneten, vorbei, und der Blick blieb leer. Nichts „funkte“. Mitte April war der Zustand bedrückend, fies, schwermütig machend. Ein betäubter Wille wie beim Rilkeschen Panther in seinem Käfig.

Aber siehe da: Die ausgesperrte Welt rückte und rückt nach und nach wieder näher, die Bücher und Bilder und blühenden Bäume beginnen wieder zu sprechen. Die Lockerung verlockt. „Kirchner“, „Kafka“, wer weiß, woher kommend, stehen auf einmal als Stichwortgeber im Raum. Plötzlich ist die „Produktion“ wieder angesprungen: zwei leere Leinwände aus Vor-Corona-Zeit, lange Zeit unberührt, wandern auf die Staffelei – Vorzeichnung mit noch vager Idee, anlegen der Figuren, Ausweitung zu einem Triptychon…
Das Atelier nicht mehr Käfig, sondern tatsächlich großer, weiter Raum. Bilder entstehen wieder in einem Schwung. Die Fülle, nicht der Mangel hilft der Stimmung auf, und die Ölfarbe „fließt“ wieder – das Foto hat das festgehalten.

Bild Annette Grund
Annette Grund

 

Was hilft uns in diesen Zeiten, wenn die Kontakte wie Chorsingen und Treffen bei „Frau und Kultur“ entfallen?
Mir hilft, Musik zu hören, spazieren zu gehen und zu lesen, lesen….
Es sind nicht nur Romane und Kriminalgeschichten, sondern immer wieder das Buch von Erich Kästner: Das Blaue Buch – Geheimes Kriegstagebuch 1941 – 1945 ( Zürich, Atrium Verlag 2018). Ich lese meistens nur die Eintragungen Kästners für den Tag, an dem ich das Buch zur Hand nehme und bin dann erstaunt, wie lakonisch er die jeweiligen Ereignisse des Tages wiedergibt.
Erich Kästner verließ Deutschland in den Kriegsjahren nicht, wohl aus Fürsorge für seine Mutter, aber auch, um als Zeitzeuge seine Eindrücke festzuhalten.

Gerlinde Curth

 

Gleich zu Beginn der Kontaktbeschränkungen habe ich damit begonnen, den Tagen eine Struktur zu geben. Vormittags habe ich mich mit dem Haushalt beschäftigt, und ab Mittag habe ich mich für ein bis zwei Stunden in der Natur aufgehalten. Nachmittags und abends bin ich meinen Neigungen nachgegangen. Ich lese zwar gern, aber lieber mache ich unterschiedliche Handarbeiten.
Vor einigen Jahren bin ich durch Zufall dazu gekommen, Origami-Faltungen anzufertigen. Zu Anfang habe ich lediglich Umschläge gefaltet, dann kamen einfache Kästchen hinzu, und inzwischen ist es mir gelungen, auch anspruchsvollere Faltungen auszuführen. Die Mandala-Blume, die auf dem Foto abgebildet ist, lässt sich relativ leicht falten, aber sie hat meines Erachtens eine recht gute Wirkung. Meine Anregungen hole ich mir aus dem Internet und falte das, was mir gefällt, nach. Ich bin immer wieder erstaunt, was die Menschen können, die zum Teil sehr schwierige Faltungen entwerfen. Eigene neue Kreationen sind mir noch nicht gelungen, aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Bild Gisela Kirchel
Gisela Kirchel

 

 

Ablenkung ist in diesen Zeiten sehr willkommen. Da ab Mitte März leider auch alle Veranstaltungen vom Verband „Frau und Kultur“ abgesagt werden mussten, half mir oft Lektüre dabei, all die geplatzten Termine zu ersetzen.
Besonders gut gefallen hat mir der neue Roman von Laetitia Colombani „Das Haus der Frauen“. Darin geht es um eine junge, erfolgreiche Pariser Anwältin, die in ihrer beruflichen Arbeit so schockiert wird, dass sie nicht mehr in der Kanzlei arbeiten kann. Um ihre Zeit sinnvoll zu nutzen, bietet sie an, im Haus der Frauen (Palais de la Femme) ehrenamtlich für die dort untergekommenen Frauen in Not amtliche und private Briefe zu verfassen. Mit jedem Brief, den sie im Auftrag der Bewohnerinnen verfasst, wächst ihr Mitgefühl für die Frauen, die oft furchtbare Schicksale erlitten haben.
Sie beginnt, sich für die Geschichte des Hauses zu interessieren. Der Kampf der mutigen, heldenhaften und selbstlosen Blanche Peyron, die sich 1926 für diesen Ort der Zuflucht für hilfsbedürftige Frauen mit all ihrer Kraft eingesetzt hat, wird in Rückblicken erzählt. Die im Roman enthaltenen Kapitel über Blanche Peyron, die Gründung der Heilsarmee und deren Wirken in Paris sind sehr gut nachempfunden, und ich habe die Frau, die eines der ersten Frauenhäuser gründete, gerne „kennengelernt“. Das Buch mit den interessanten Personen, der leichten Spannung und den genau richtig dosierten Emotionen ist im Februar 2020 im S. Fischer Verlag erschienen. Dort wurde 2018 auch der erste Roman von Laetitia Colombani „Der Zopf“ veröffentlicht. Auch der ist lesenswert.

Martha Lang

 

Willst du ein Leben lang glücklich sein, lege einen Garten an.
Deutsches Sprichwort
Diesem Sprichwort kann ich nur zustimmen!

Besonders in diesen schwierigen Zeiten, in der die meisten von uns zur gefährdeten Altersgruppe gehören, und wir mehr Obacht auf uns geben sollten, ist mein Schrebergarten mein Fluchtpunkt und Ruhepol. Dort bei der Arbeit sind die Alltagssorgen ausgeblendet. Ich erfreute mich an der Vielfalt der Pflanzen, an den zarten Frühlingsfarben im Mai, wie Akelei, Tamariske und Magnolien oder das Weiß des Schneeballs, der Gartenanemonen und der Milchsterne. Eine besondere Freude bereiteten mir die sich öffnenden Knospen der Pfingst- und Bauernrosen und dann ihre volle Blütenpracht.

Immer wieder verändert sich die Farbwelt meines Gartens, das Blau des Alliums, der Glockenblumen, der verschiedenen Irissorten und der Funkien beherrschen den Garten. So verbringe ich meine Tage im Garten auch auf meiner Liege mit einem schönen Buch, aber immer wieder schweifen meine Blicke in den Garten, für mich ein kleines Paradies, und dem hinter dem Garten liegenden Stadtwald Hannovers, der Eilenriede.

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Regina Tiemann

Das waren Eindrücke von Mitgliedern der Gruppe Hannover

 

Frau und Kultur NEWS aus AACHEN vom Mai 2020

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Und ein Brief an die Mitglieder der Gruppe Münster vom 24. März 2020

Liebe Damen von Frau und Kultur,

Heute Abend habe ich das Bedürfnis, mich einfach mal auf diesem digitalen Weg per E-Mail zu melden bei den Damen die im Internet zu erreichen sind.

Im Normalfall hätten wir uns morgen wieder getroffen im “Himmelreich” zu einem besonders schönen Nachmittag.

Die Zeiten sind aktuell überhaupt nicht normal durch das verheerende Geschehen in der ganzen Welt.

Wir als ältere Frauen, viele von uns allein wohnend, sind eigentlich auf  Gemeinsamkeit angewiesen, auf eine heitere Begegnung, auf ein Gespräch, auf einen Gang durch die frische Luft, gerade an diesem sonnigen Frühlingstag.

Nun sollen wir zu Hause bleiben und uns höchstens zu zweit auf Abstand begegnen.Also ist unsere Kreativität gerade jetzt gefragt. Ich schlage vor, dass wir uns kreativ begegnen.

Am Telefon, per Brief, per E-Mail oder WhatsApp, denn wir wollen uns nicht verkriechen oder in Wehmut versinken.

Ich habe mir lange nicht mehr so intensiv schöne Musik angehört, als in den letzten Tagen. Das hat mir richtig wohlgetan!

Die Damen die Sie kennen, können Sie sicher erreichen. Wenn Sie jemanden schreiben oder anrufen möchten, von der Sie nur den Namen kennen, dann rufen Sie bei uns vom Vorstand an.

Ich werde auf jedem Fall mein Telefon nicht in Ruhe lassen!

Zum Schluß möchte ich Sie noch bitten, in diesen Tagen feste an meine Freundin, Gabi Stroetmann, zu denken, die vor einigen Tagen unerwartet an einem Hirntumor operiert wurde. Zum Glück war der gutartig und sie hat die Operation erst mal gut überstanden. Wir haben große Hoffnung, dass es ihr besser gehen wird.

Nun wünsche ich Ihnen allen eine gute Osterzeit! Wir haben jetzt eine Chance, uns mit uns selbst zu beschäftigen.

In herzlicher Verbundenheit!

Ine Waaldijk

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Bundestagung in Würzburg

120 Damen und ein männliches Mitglied nahmen an der Bundestagung in Würzburg teil. Im Rahmen von fünf Stadtrundgängen mit versierten Stadtführern konnten wir am Nachmittag Einblicke in die jahrhundertealte Geschichte gewinnen und zahlreiche historische Bauwerke kennenlernen, u.a. den Kiliansdom und die gotische Marienkapelle mit Werken von Tilman Riemenschneider, das Falkenhaus mit der Rokokofassade und den Marktplatz. Vom Mainufer und der Alten Mainbrücke sind die Feste Marienberg und Käppele ein besonderer Blickfang.

 

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Die Aussicht auf die Festung und die berühmten Weinberge konnten wir auch von dem Panoramarestaurant im Maritim Hotel bei Sekt, Sonne und angenehmer Unterhaltung genießen. Der Festabend begann dort mit Klavierklängen aus dem Film „Chocolat“. In ihrer Begrüßungsrede wies Dr. Elisabeth Kessler-Slotta darauf hin, dass in Würzburg im Mai 1924 eine Ortsgruppe von 36 engagierten Damen gegründet wurde. Käthe Kruse hielt dort 1927 einen Vortrag. Die Gruppe wurde leider nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr aktiviert.

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In ihrer Rede wies die Vorsitzende auch darauf hin, dass unser Miteinander von allen ehrenamtlich tätigen Damen lebt, die mit großem zeitlichen und persönlichen Einsatz zum Gelingen unseres reichen Verbandslebens beitragen.

Da der OB Schuchardt verhindert war, begrüßte uns die Beauftragte der Gleichstellungsstelle für Frauen und Männer Würzburg, Petra Müller-März.

Die Jahreshauptversammlung beinhaltete neben den Berichten der Bundesvorsitzenden und der Kassenführerin weitere wichtige Punkte. Zur Wahl stellten sich wieder Dr. Kessler-Slotta und Dorothee Volkland, die mit großer Mehrheit wiedergewählt wurden.

Frau Ursel Galgan, die das Sachgebiet Werkgestaltung/Textiles leitet, lud zu den kreativen Seminartagen im August in Bad Pyrmont ein – eine Chance, um für fünf Tage frei von häuslichen Verpflichtungen ungestört gestalterisch tätig zu sein.

Inge Kellersmann stellte in Vertretung von Frau Hildebrandt die Themen der nächsten Hefte vor. Dann gab die Vorsitzende bekannt, dass das Redaktionsteam mit drei kompetenten Mitgliedern aufgestockt wird: Ulla Michalke aus Nürnberg, Gabriela Weber-Schipke aus Ludwigshafen/Mannheim und Renate Zimmer aus Dortmund.

Zwei Kurzreferate aus Aachen und Moers (als Sprecherinnen der Gruppen aus NRW) brachten frischen Wind in die Diskussion. Zum einen regten sie mehr gemeinsame Aktionen unter den einzelnen Gruppen (u.a. gemeinsame Reisen und Projekte sowie Referentenaustausch) an.

Zum andern wünschten sie sich eine intensivere Zusammenarbeit zwischen dem Bundesvorstand und den einzelnen Gruppen. Die beiden Bundesvorsitzenden erklärten daraufhin, dass man sich gerne bei allen Fragen und Wünschen an sie wenden kann, nicht nur bei Steuerfragen, Versicherungen oder Datenschutz.

Damit es nicht nur bei Diskussionen bleibt, bildete sich eine Gruppe von vier Damen, um sich für ein kreatives und gemeinsames Agieren in der Zukunft einzusetzen.

Um die kulturelle Bildung zu verstärken und das Sachgebiet Kunst wieder anzubieten, bat Dr. Kessler-Slotta die anwesenden Mitglieder, in den Gruppen eine Kunsthistorikerin zu suchen, die Seminare von 3 bis 4 Tagen durchführen würde.

Es waren intensive zwei Tage in Würzburg, interessante Rundgänge zu kulturhistorischen Stätten und ein wunderschöner Galaabend im Panoramasaal mit leckerem Essen und fränkischem Wein.

Inge Kellersmann

Spende an die KulturTafel Würzburg

Marion Gut  - Vorsitzende der KulturTafel Würzburg

Marion Gut – Vorsitzende der KulturTafel Würzburg

Traditionsgemäß überreicht der Verband Frau und Kultur e.V. im Rahmen seiner Mitgliederversammlung eine respektable Spende an eine gemeinnützige Organisation. In diesem Jahr erhält sie die KulturTafel Würzburg. Etwa 40 Ehrenamtliche haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit geringem Einkommen am kulturellen Leben teilhaben zu lassen. Dazu vermitteln sie im Monat rund 1100 Gäste, die über ein geringes Einkommen verfügen, wie Arbeitslose, Alleinerziehende und deren Kinder oder Senioren mit kleiner Rente kostenfreie Eintrittskarten von zahlreichen Veranstaltern. Die KulturTafel Würzburg will mit ihrer Arbeit erreichen, dass Menschen sich nicht mehr als ausgegrenzt erleben. Denn immer mehr Menschen sind auf Solidarität anderer angewiesen – auch was die Teilhabe am kulturellen Leben betrifft. Für die KulturTafel Würzburg e.V. gilt: Kultur darf kein Luxus sein!

In den fünf Jahren, in denen die KulturTafel Würzburg besteht, hat sie schon 19.000 Karten vermittelt. Da nicht alle Veranstalter Karten kostenlos anbieten, kauft die Organisation z. B. Kinokarten für einige Gäste.

Es gibt in anderen Städten ähnliche Einrichtungen, teils unter einem anderen Namen wie z.B. Kultur-Pott, die auch Karten zu den verschiedenen Veranstaltungen kostenlos vermitteln.

 

 

Verbandsstatement – 100 Jahre Frauenwahlrecht

Der Deutsche Verband Frau und Kultur e.V. – einst und jetzt

Mit der Realisierung des Wahlrechtes im Januar 1919 ist für Frauen in Deutschland ein neues Zeitalter angebrochen, für das die Pionierinnen der Frauenbewegung jahrzehntelang erbittert gekämpft haben. Eingebettet in die allgemeinen gesellschaftlichen Erneuerungsbestrebungen und als integraler Teil der Frauenbewegung erfolgte am 11. Oktober 1896 in Berlin die Gründung unserer Solidargemeinschaft als „Verein zur Verbesserung der Frauenkleidung“.

Vor dem Hintergrund des gleichfalls1896 einen Monat zuvor veranstalteten „Internationalen Kongresses für Frauenwerke und Frauenbestrebungen“ avancierte Modebewusstsein zum Synonym körperlicher und gesellschaftlicher Emanzipation. „Ihr Frauen, vermindert nicht Eure Kraft durch unzweckmäßige, gesundheitswidrige Kleidung“, lautete ein Appell im ersten Mitteilungsblattes des Vereins. Mediziner, Hygieniker, Pädagogen, Naturheilkundler, aber auch Frauenrechtlerinnen plädierten gegen die Doktrin des gesundheitsschädigenden Korsetts, stattdessen für eine zeitgemäße Frauenkleidung. Schnittmuster unterschiedlicher Modelle, vorrangig gesundheitliche Aspekte und die Natürlichkeit des weiblichen Körpers betonend, waren von Anbeginn an standardisierter Bestandteil einer medienwirksamen Presse und sorgten auch für die Etablierung des Reformkleides. Sukzessive erweiterte sich das Themenspektrum auf Rechts- und Erziehungsfragen, Persönlichkeitsentwicklung, seelische Krankheiten, Volksgesundheit, Literatur, Altersversicherung sowie neuartige Medizintechniken.

Seit dem Jahr 1900 wurden die Mitteilungen des Verbandes als Zeitschrift mit dem Titel „Die gesunde Frau“ publiziert. Neugründungen von Ortsgruppen waren in vielen deutschen Städten zu verzeichnen. Der permanente Modernisierungsschub vieler Lebensbereiche, die expandierende Arbeitswelt, die zunehmende Mobilität, die wachsende Bedeutung von Sport und Gymnastik und die berufstätige Frau leiteten gesellschaftliche Wandlungsprozesse ein, die kontinuierlich thematisiert wurden.

Während der Verband 1928 auf die stattliche Zahl von 71 Ortsgruppen zurückblicken konnte, lösten sich 1936 unter dem NS-Regime zahlreiche Gruppen auf oder tauchten ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu Neubelebungen, natürlich unter völlig gewandelten Verhältnissen. 1973 erfolgte die letztmalige Namensänderung in den „Deutschen Verband Frau und Kultur“, kurz darauf die Umbenennung der Zeitschrift in „Frau und Kultur“.

Diese kurze Rückblende verdeutlicht den Imagewandel unseres Verbandes, der sich ausgehend von einer reformwilligen Interessengemeinschaft mit dem sperrigen Titel „Verein zur Verbesserung der Frauenkleidung“ zum „Deutschen Verband Frau und Kultur“ entwickelt hat, dessen prägnante Kurzfassung „Frau und Kultur“ programmatisch die Leitbilder unserer Solidargemeinschaft umfasst. Orientiert am gesellschaftlichen Wandlungsprozess zählen kreativer Gestaltungswillen, kulturelle Aufgaben und gemeinschaftliches Verantwortungsgefühl zur Solidität und Kontinuität einer Institution, die sich breitgefächert an Veranstaltungsformen für die Weiterbildung der Frau engagiert. Dank der zuverlässigen Struktur des Verbandes, die seit früher Zeit zu den Stärken gehört, dem soliden Netzwerk der Gruppenarbeit, der Zeitschrift als verbindendem Element haben sich Öffentlichkeits- und Kommunikationsarbeit bewährt.

Auf den Schultern mutiger und engagierter Frauen, den Protagonistinnen der Frauenbewegung, die sich an unterschiedlichen Fronten für die Gleichberechtigung und die Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft eingesetzt haben, stehen wir heute. Vieles ist erreicht worden, denn für uns ist es selbstverständlich geworden zu wählen, planen, handeln und unsere Zukunft selbstbestimmt zu gestalten – Privilegien, die von unseren Vorgängerinnen hart errungen worden sind.

Heute, im Jahre 2019, existieren allerdings noch immer keine volle Gleichberechtigung und Gleichstellung der Frau in unserer demokratischen Gesellschaft. Daher unterstütze ich im Namen unseres Verbandes die Forderungen des Deutschen Frauenrates nach geschlechtergleichem Entgelt von Arbeit, Rentengerechtigkeit, einer Gleichstellung in puncto Sorgearbeit, Parität in den Parlamenten und einer Ausweitung der Quote speziell auch im Bereich der Kultur, einer Kernaufgabe unseres Verbandes.

Dr. Elisabeth Kessler-Slotta
Bundesvorsitzende des Deutschen Verbandes Frau und Kultur e.V.

Bundestagung in Aachen

Zum ersten Mal seit ihrem mehr als 100-jährigen Bestehen richtete die Gruppe Aachen am 22. und 23. April die Bundestagung mit großem Erfolg aus. Dank der perfekten Teamarbeit von 10 Damen aus der Gruppe Aachen unter der Leitung der 1. Vorsitzenden Prof. Ulla Dohmann und der stellvertretenden Vorsitzenden Anita Braunsdorf kamen die rund 100 Teilnehmerinnen in den Genuss, Aachen aus vielen Perspektiven kennenzulernen. Zum einen waren es die Sehenswürdigkeiten der Innenstadt, die während unterschiedlicher Führungen gezeigt wurden, zum andern waren es bekannte Aachener Frauen, die am Nachmittag bei einer Spezialführung und vor allem am Abend vorgestellt wurden.

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Alle Fotos: Ute Haupts

Dass Aachen nicht nur Karneval feiern kann, sondern auch tolle Feste gestaltet, ist uns beim Festabend bestätigt worden. Solch einen Empfang beim Eintritt in den geschmückten Saal hat niemand erwartet! Das Orchester der Geigenklassen der Grundschule Hanbruch, die von der Gruppe Aachen finanziert wird, spielte mit großem Eifer auf und erzeugten sofort gute Laune.

Bei ihrer launigen Begrüßung bedankte sich Prof. Dohmann für das große Interesse der Mitglieder von Frau und Kultur und dankte Ihrem Team für die großartige Organisation. Sie stellte auch die holländische Pianistin Renée Derks vor, die am Piano die Gäste schon mal bei der Vorspeise bestens unterhielt.

Da Oberbürgermeister Philipp leider verhindert war, sprach die Bezirksbürgermeisterin Elisabeth Conradt das Grußwort und stellte die Frage, ob Frauenverbände noch zeitgemäß sind. Ja! sie leisten einen wichtigen Beitrag, Frauen stark zu machen.

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Frau Kessler-Slotta dankte der Aachener Gruppe für die vielfältige und gute Vorbereitung der Tagung. Einige unserer Damen sind schon ein Tag zuvor angereist, um den Dom und die Schatzkammer zu besichtigten.

Die Kulturbeauftragte der Stadt Aachen Susanne Schwier betonte in ihrem Grußwort, dass wir doch alle unsere Neugierde behalten sollten und ging auch auf die Musikschule ein. Dank der Förderungen erleben die Kinder Teamfähigkeit, Stolz, Haltung und eine gute Netzbildung.

Ein reichhaltiges Buffet sorgte bestens für das leibliche Wohl. Musikalischen Leckerbissen boten uns dabei mit ihren Liedern acht Herren von „Capella a Capella“ teils im Öscher Platt gesungen sowie bekannte Songs der Comedian Harmonists. Als sie dann singend durch den Saal gingen, brauste Jubel auf.

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Den Festvortrag hielt Dr. Holger Dux über berühmte Aachener Frauen, die er teilweise bei seiner Führung am Nachmittag vor Ort vorstellte, wie z.B. Helene Weber, die als „Mutter des Grundgesetzes“ für die BRD angesehen wird oder Clara Fey, die aus eigenen Mitteln eine Armenschule initiierte und am 5. Mai in Aachen selig gesprochen wurde.

Das abwechslungsreiche Festprogramm endete mit einem Gedichtvortrag von Mascha Kaleko über die Leistung der Frau in der Kultur, gelesen von der Theaterleiterin Ingeborg Meyer.

Am nächsten Morgen begann die Jahreshauptversammlung. Zu Beginn informierte Ingeborg Meyer über die Theaterschule Aachen e.V., die von Frau und Kultur eine Spende erhielt.

Nach der Gedenkminute für die verstorbenen Damen wurden die personellen Veränderungen in den Gruppen vorgetragen. Ein weiterer Diskussionspunkt war die neue Datenschutzverordnung, die Ende Mai in Kraft trat.

Im Zusammenhang mit dem Akquirieren engagierter Damen für die Vorstandarbeit allgemein, wies Prof. Dohmann auf die Teamarbeit hin, dass Hierarchien abgebaut werden sollten und jede Frau aus dem Team bestimmte Aufgaben eigenständig durchführen kann.

Inge Kellersmann

Spende an die Theaterschule Aachen e.V.

Traditionsgemäß hat der Deutsche Verband Frau und Kultur e.V. im Rahmen seiner Mitgliederversammlung einer gemeinnützigen Organisation eine respektable Spende überreicht. Sie geht in diesem Jahr an die Theaterschule Aachen e.V. .

Unter der Leitung von Ingeborg Meyer bietet die Theaterschule nicht nur ein vielseitiges Kursprogramm für Erwachsene, sondern auch für Jugendliche und Kinder an, u.a. Theater-AGs in Schulen und Kurse für Gehörlose.

Jahresbericht 2017

Meine lieben Damen,

mein Jahresbericht umfasst wie gewohnt die unterschiedlichen Schwerpunkte meiner Tätigkeit: die Planung und Durchführung zweier jährlich stattfindender Tagungen, die Kooperation mit der Akademie Franz Hitze Haus in Münster, die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Frauenrat in Berlin, die Bewältigung anstehender Probleme in den Gruppen sowie Ansprechpartnerin zu den vielfältigen Fragen von Vorsitzenden und Mitgliedern zu sein.

Unsere Bundestagung 2017 fand gemeinsam mit 118 Damen aus ganz Deutschland am 23./24. April im Maritim Konferenzhotel in Darmstadt statt. Integriert in das Kulturprogramm des Tagungsablaufes wurde das dortige weltberühmte Jugendstilensemble der Mathildenhöhe inklusive des Museums besucht, fabelhaft abgerundet durch einen Kurzvortrag des Leiters des Instituts Mathildenhöhe, Herrn Dr. Philipp Gutbrod. Der darauffolgende Vormittag war der Mitgliederversammlung mit Wahlen und anstehenden Fragestellungen vorbehalten. Im November trafen sich traditionsgemäß im Liudger-Haus in Münster der Bundesvorstand, die Gruppenvorsitzenden mit Stellvertreterinnen sowie die Redaktion unserer Zeitschrift, um Neuausrichtungen zu diskutieren und Problemlösungen anzustreben. Die intensive Kommunikation erleichtert die Pflege guter und einvernehmlicher Kontakte zu den Gruppenvorsitzenden und untereinander, sie stellt somit auch ein wichtiges Element unseres Verbandslebens dar.

Die Kooperation mit der Akademie Franz Hitze Haus in Münster ist fortgesetzt worden. Anfang September 2017 besuchten 12 Damen das dreitägige Seminar, das ausschließlich für Damen unseres Verbandes vorgesehen war. Die kompetente und uns wohl vertraute Literaturspezialistin Dr. Christiane Dahms widmete sich medienübergreifend dem Thema „Traumwelten“. Ausgesuchte Texte und Zeitdokumente leuchteten den überraschend vielfältig oszillierenden Begriff aus und veranlassten die Teilnehmerinnen zu reger Mitarbeit. Allerdings wird der spezielle Exklusivitätscharakter dieses Seminars so nicht weiter geführt werden, da der ausrichtenden Institution durch die überaus wechselhafte Teilnahme finanzielle Einbußen entstanden sind. Von 2018 an werden nach wie vor Literaturseminare in der Akademie Franz Hitze angeboten, die aber jedem Interessierten offen stehen, also auch den Damen unseres Verbandes.

Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Frauenrat in Berlin ist fortgesetzt worden. Dazu bot die Teilnahme an der Mitgliederversammlung vom 23./24.Juni 2017 Gelegenheit, um sich gemeinsam im Engagement für die Gleichstellung in Politik und Gesellschaft einzusetzen, u.a. mit dem Schwerpunkt für eine geschlechtergerechte, soziale und solidarische Organisation des Gesundheitswesens.

Im Juni 2017 hat die Gruppe Gütersloh ihre Auflösung beschlossen, die nach rechtmäßiger Kündigung erst mit dem 01. Januar 2018 in Kraft getreten ist. Wir bedauern diese Entwicklung außerordentlich, zumal die Gruppe über 70 Mitglieder verfügte. Trotz intensiver Bemühungen von Frau Volkland und mir konnten wir die Damen in Gütersloh weder umstimmen noch dazu motivieren, von diesem finalen Schritt Abstand zu nehmen.

Im Zusammenhang mit der Übergabe der Verbandsspende an die Luise Büchner-Gesellschaft e.V. der Stadt Darmstadt, die wir in Abstimmung mit der Frauenbeauftragten Darmstadts dieser Institution im April 2017 übergeben haben, war ich wiederholt dort zu Gast. Am 2. Juni wurde das Denkmal für Luise Büchner in Darmstadt eingeweiht, zu dessen Finanzierung wir mit unserer Spende erheblich beigetragen haben. Luise Büchner (1821-1877), jüngere Schwester des Schriftstellers Georg Büchner, zählt zu den weiblichen Berühmtheiten Darmstadts. Sie hatte zusammen mit der Großherzogin Alice von Hessen und bei Rhein den Alice-Frauenverein für Krankenpflege gegründet und sich zeitlebens für die berufliche Bildung von Mädchen und Frauen eingesetzt, ein Recht, das ihr verwehrt worden war. Außerdem war ich Ende November 2017 Gast des Symposiums „Rollenbilder – Rollenwandel. Perspektiven für Frauen in den Medien“. Am darauffolgenden Tag konnte ich an der Verleihung des Luise-Büchner-Preises für Publizistik an Barbara Beuys teilnehmen, der auch alle vier Preisträgerinnen der Vorjahre – Bascha Mika, Lisa Ortgies, Luise Pusch und Barbara Sichtermann – beiwohnten. Die Veranstaltung war geprägt von Frauenpower in Worten und Musik wie auch umsichtig vorbereitet von vielen helfenden Händen hinter den Kulissen.

Im September 2017 ist die Vereinshaftpflichtversicherung mit der ERGO Victoria in Kraft getreten, die die Aktivitäten des Bundesvorstandes für den Verband absichert. Darüber hatten wir uns im Rahmen unserer Bundestagung 2017 verständigt.

Der Austragungsort der nächsten Bundestagung wird vom 28./29. April 2019 Würzburg sein. Entsprechende Vorgespräche haben Frau Volkland und ich mit dem ausrichtenden „Maritim Hotel Würzburg“ Anfang April geführt. Ein Tagungsprogramm werden wir den Gruppenvorsitzenden und Verantwortungsträgerinnen im Rahmen unseres diesjährigen Herbsttreffens am 11./12. November 2018 aushändigen.

Meinen lieben Kolleginnen im Vorstand danke ich recht herzlich für die engagierte Mitarbeit und Hilfe bei allen anstehenden Fragen und Problemen. Ihnen allen, meine lieben Damen, danke ich ebenso und bitte Sie herzlich um weitere, wohlwollende Unterstützung.

Ihre Elisabeth Kessler-Slotta

Bundestagung in Darmstadt

Wahrlich einen exzellenten Standort hat der Vorstand für die diesjährige Bundestagung ausgesucht. Rund 120 Damen aus den meisten Gruppen des Verbandes kamen in den Genuss, Darmstadt und den Jugendstil kennen- und schätzen zu lernen. Dazu war auf der Mathildenhöhe die beste Gelegenheit. Die Künstlerkolonie gilt mit ihren Häusern, Gartenanlagen und Kunstwerken noch heute als schönste Jugendstilanlage Deutschlands.

Die Künstler, u.a. Joseph Maria Olbrich, Peter Behrens und Albin Müller, inszenierten das Gelände als ästhetisches Gesamtkunstwerk. Während der einstündigen Führungen auf der Mathildenhöhe wurde die Bedeutung der Bauten, aufgelockert durch Anekdoten, bestens vermittelt. Viele Damen hatten auch die Gelegenheit, das Interieur im Großen Haus Glückert zu bewundern. Das Haus, das sich der Möbelfabrikant Julius Glückert von Olbrich errichten ließ, wurde in der Bombennacht 1944 teilweise zerstört, dann wieder aufgebaut und in den 1980er Jahren restauriert. Heute ist es Sitz der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Ein weiterer Höhepunkt der Führung war die Besichtigung des Platanenhains ein Gesamtkunstwerk des Künstlers Bernhard Hoetgers. Das Skulpturenprogramm stellte er unter den Leitgedanken des Werdens und Vergehens in der Natur, unter das Symbol des Wassers.

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Nach dem geführten Rundgang hatten wir ausreichend Gelegenheit, das sehr gut ausgestattete Museum zu besuchen, nach einer Taufe kurz einen Eindruck von der Russisch-orthodoxen Kapelle zu erhaschen und vom Hochzeitsturm aus einen Blick auf die Mathildenhöhe, zur Waldspirale von Hundertwasser und bis nach Frankfurt und dem Feldberg zu werfen. Der Wettergott zeigte sich gnädig. Ein wunderbarer Auftakt der Bundestagung. Mit einem Sektempfang im Maritim Konferenzhotel Darmstadt begann der festliche Teil des Gala-Abends. Eingeleitet von der Bundesvorsitzenden Dr. Kessler-Slotta sprach Gabriele Mair – stv. Frauen-und Gleichstellungsbeauftrage der Wissenschaftsstadt Darmstadt ein Grußwort und bedankte sich für die Spende des Verbandes an die Luise Büchner Gesellschaft.

Den Festvortrag hielt der Direktor des Instituts Mathildenhöhe Dr. Philipp Gutbrod. In seinem brillant gehaltenen Vortrag wies er anhand von Fotos auf die herausragende Bedeutung der Anlage hin, die heute noch Bestand hat. Der Großherzog Ernst Ludwig, der 1899 progressive Architekten, Bildhauer und Maler nach Darmstadt geholt hat, verstand es, nicht nur Kultur, sondern auch die Wirtschaft zu fördern. Dr. Gutbrod verwies auch auf die vier berühmten Ausstellungen in Darmstadt hin und würdigte u.a. die erstaunliche Modernität der Künstler für die damalige Zeit. So wurden nicht nur ästhetisch schön gestaltete Eigenheime gebaut, sondern auch günstiges Design für die große Masse entworfen und eine Kleinwohnungskolonie für Arbeiter gebaut.

Kurz und gut: Die Mathildenhöhe ist ein Juwel, das Weltgeltung verdient. Deshalb hat die Kultusministerkonferenz beschlossen, die Künstlerkolonie Darmstadt im Jahr 2019 auf die offizielle Vorschlagsliste Deutschlands für künftige UNESCOWelterbestätten zu setzen. Ausschlaggebend sei u.a. der außergewöhnliche universelle Wert der Mathildenhöhe. In drei Jahren gibt es dann in Darmstadt hoffentlich Grund, die hohe Auszeichnung zu feiern. Nach dem Vortrag sorgte ein reichhaltiges Dinnerbuffet bestens für das leibliche Wohl. Der Abend endete mit vielen guten Gesprächen unter uns.

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Am nächsten Morgen begann die Jahreshauptversammlung. Zu Beginn informierte Frau Kuchemüller in Vertretung von Agnes Schmidt über das geplante Denkmal für Luise Büchner und stellte die Darmstädter Mitbegründerin der Deutschen Frauenbewegung vor. Nach der erfolgreichen Wiederwahl der Kassenführerin Renate Szymanek und der Protokollführerin Sibylle Weitkamp stellten sich kurz die vier neuen Gruppenvorsitzenden vor. Dabei kam die Problematik der Nachfolge des Vorstandes in den einzelnen Gruppen ins Gespräch. In der Diskussion wurde deutlich, dass nicht die 1. Vorsitzende alle Last zu tragen hat, sondern in einem Team bzw. mehreren Beiräten erfolgreich gestaltet und gearbeitet werden kann. Mit einem Mittagessen endete diese eindrucksvolle Bundestagung.

Inge Kellersmann

Jahresbericht 2016

Meine lieben Damen,

mein Jahresbericht umfasst die unterschiedlichen Schwerpunkte meiner Tätigkeit:
die Planung und Durchführung zweier jährlich stattfindender Tagungen, die Kooperation mit der Akademie Franz Hitze Haus in Münster, die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Frauenrat in Berlin, Jubiläumsfeiern in verschiedenen Gruppen, die Bewältigung anstehender Probleme in den Gruppen sowie Ansprechpartnerin zu den vielfältigsten Fragen von Vorsitzenden und Mitgliedern zu sein.

Im Rahmen unserer Bundestagung 2016 konnten wir gemeinsam mit 170 Damen aus ganz Deutschland das 120-jährige Jubiläum unseres Verbandes im April in Hannover begehen. Gut organisiert und eingebettet in ein reichhaltiges Kulturprogramm hat uns die ausrichtende Gruppe Hannover einen festlichen Abend im Hotel Courtyard Marriott am Maschsee mit Musik, zahlreichen Ehrengästen aus der Stadt, Literatureinlagen und Kulinarik beschert. Der darauffolgende Vormittag war der Mitgliederversammlung mit Wahlen und anstehenden Fragestellungen vorbehalten.

Im November trafen sich traditionsgemäß im Liudger-Haus in Münster der Bundesvorstand, die Gruppenvorsitzenden mit Stellvertreterinnen sowie die Redaktion unserer Zeitschrift, um Neuausrichtungen zu diskutieren und Problemlösungen anzustreben. Die intensive Kommunikation ermöglicht zudem die Pflege guter und freundschaftlicher Kontakte zu den Gruppenvorsitzenden und deren Vorständen und stellt somit auch ein wichtiges Element unseres Verbandslebens dar.

Die Kooperation mit der Akademie Franz Hitze Haus in Münster hat sich im Bereich der Literatur fortsetzen lassen. Anfang September 2016 besuchten Damen aus 17 Gruppen das dreitägige Seminar, das ausschließlich für Damen unseres Verbandes vorgesehen war. Die kompetente und uns mittlerweile wohl vertraute Literaturspezialistin Dr. Christiane Dahms widmete sich medienübergreifend dem Thema „Wien um 1900“. Vielschichtige Texte und Zeitdokumente vermittelten ein facettenreiches Bild jener Umbruchzeit und veranlassten die Teilnehmerinnen zu reger Mitarbeit.

Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Frauenrat als übergreifender Vereinigung von Frauenverbänden in der Bundesrepublik Deutschland ist fortgesetzt worden. Dazu bot erstens die Teilnahme an der Feier zum 30-jährigen Bestehen des Bundesfrauenministeriums Anfang Juli 2016 in Berlin Gelegenheit. Im Zentrum der Feier stand der Rückblick der Ministerin Manuela Schwesig auf eine erfolgreiche Frauen- und Gleichstellungspolitik, die unsere Gesellschaft nachhaltig verändert und geprägt hat. Und zweitens war ich gleichfalls in Berlin Gast beim Jahresempfang anlässlich des Internationalen Frauentages Anfang März 2017. Auch hier hat die Ministerin Schwesig Gesetzesänderungen und Gesetzesvorschläge bilanziert sowie weitere Fragen etwa zur Gleichstellung der Frau in puncto Lohngerechtigkeit aufgeworfen und das Thema Gleichberechtigung weiterhin als generelles Desiderat angemahnt.

Zahlreiche Jubiläen in den Gruppen waren in den vergangenen Monaten zu verzeichnen. Ende April 2016 feierte die Gruppe Nürnberg ihr 100-jähriges Bestehen mit einer stimmungsvollen Festveranstaltung, zu deren Highlights eine Modenschau mit nostalgischen Hutmodellen,vorgeführt von Damen der Gruppe Nürnberg, zählte. Eingebunden in die respektable Ausgabe einer eigenen Zeitschrift „Frau und Kultur – Gruppe Nürnberg“ und als „Rückblick 2016“ betitelt, vermögen Texte und Bilder davon einen anschaulichen Eindruck zu vermitteln.

Ende Juni 2016 feierte die Gruppe Bochum ihr 95-jährges Jubiläum in den Räumen der Gesellschaft Harmonie mit einem musikalischen Rückblick in ihre Gründungszeit. Ein Duo trug bei sommerlicher Hitze ein Potpourri schwungvoller Schlager der 1920er Jahre vor.

Anfang Oktober 2016 beging die Gruppe Gießen ihr 90-jähriges Bestehen, in dessen Rahmen die Vorsitzende Dr. Annegret Körner den Ehrenbrief und die Ehrennadel des Landes Hessen für ihr verdienstvolles ehrenamtliches Wirken aus den Händen der Oberbürgermeisterin erhielt. Meine Stellvertreterin, Ursula Dorothee Volkland, hat mich bei dieser Festveranstaltung in Gießen vertreten.

Mitte März 2017 war ich Gast beim 30-jährigen Bestehen der Gruppe Bad Neuenahr-Ahrweiler. Bei frühlingshaften Temperaturen konnte ich eine Feier miterleben, die dem Namen unseres Verbandes alle Ehre machte: Literarische Texte, vorgetragen von Anke Linsa und den Damen des Vorstandes, sowie eigene Erlebnisse von Studienreisen und Erinnerungen, musikalisch umrahmt von einem örtlichen Mandolinen- und Gitarrenorchester, verliehen dem Nachmittag eine überaus stimmungsvolle Wirkung.

Mitte Oktober 2016 traf uns völlig überraschend die Insolvenz des Verlagshauses Monsenstein und Vannerdat OHG in Münster, des Druckhauses unserer Zeitschrift. Dank des tatkräftigen und beherzten Agierens von Inge Kellersmann konnte binnen kurzer Zeit ein neues Druckhaus, die Stober GmbH in Eggenstein, gefunden werden, so dass die Drucklegung von Heft 3/2016 nahezu in gleicher Weise und von vielen Leserinnen sicherlich unbemerkt – erfolgen konnte und zukünftig wird.
Dr. Elisabeth Kessler-Slotta

Nachruf

Am 08.02.2017 ist die ehemalige 1. Vorsitzende der Gruppe Hannover, Frau Gunhild Koch, im Alter von 93 Jahren verstorben. Frau Koch leitete die Gruppe Hannover von 1983 – 1995 in äußerst anerkennenswerter Weise und hat segensreich für alle Mitgliedsdamen gewirkt. Nach ihrem Gruppenvorsitz wurde sie Ehrenvorsitzende der Gruppe Hannover. Der “Deutsche Verband Frau und Kultur e. V.” ist Frau Gunhild Koch zu höchstem Dank verpflichtet, gedenkt ihrer mit größter Hochachtung und Respekt und wird ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

Bundestagung 2016 in Hannover

Die diesjährige Bundestagung fand in gemeinsamer Planung mit dem Vorstand der Gruppe Hannover in der Landeshauptstadt Niedersachsens vom 17. bis 18. April 2016 statt. Tagungsort war das Hotel Courtyard Marriott am Maschsee.

Ein Sektempfang bildete den Auftakt zu einem Gala-Abend, der das 120jährige Bestehen unseres Verbandes feierlich beging, musikalisch umrahmt und akzentuiert vom Duo Wegner, den Geschwistern Prof. Dr. Hans-Jörg Wegner, Flöte und Ellen Wegner, Harfe. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Sibylle Weitkamp, der 1.Vorsitzenden der Gruppe Hannover, ließ die Bundesvorsitzende Dr. Elisabeth Kessler-Slotta die historische Entwicklung unseres Verbandes in Kurzform Revue passieren. Weitere Grußworte wurden ausgesprochen von Dr. Carola Schelle-Wolff, Direktorin der Stadtbibliotheken Hannover, sowie von Prof. Dr. Thomas Schwark, Direktor der Museen für Kulturgeschichte Hannover. Den Festvortrag „Sophie Kurfürstin von Hannover (1630-1714)“ hielt Martina Trauschke, Pastorin an der Neustädter Hof- und Stadtkirche und Leiterin der Ev. Stadtakademie Hannover. Kenntnisreich und lebendig vermittelte sie Einblicke in die Vita und das Wirken der Kurfürstin, der sie auch eine Publikation gewidmet hatte. Ein reichhaltiges Buffet sorgte für die kulinarischen Genüsse des Abends.

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Nachmittags hatten die 170 aus ganz Deutschland angereisten Damen ein intensives Kulturprogramm absolviert, das traditionell unsere Treffen begleitet. In drei Bussen offerierten kundige Stadtführerinnen unter dem Motto „Hannover ganz groß“ die Sehenswürdigkeiten und Stadtentwicklungen Hannovers. Die Besichtigung der weltberühmten Herrenhäuser Gärten inklusive des Gartentheaters und der von Niki de Saint Phalle gestalteten Grotte bildeten die Höhepunkte des Kulturnachmittags.

Den Vormittag des 18. April dominierte die Jahreshauptversammlung, u.a. mit der Wiederwahl von Dr. Elisabeth Kessler-Slotta als Bundesvorsitzende wie auch derjenigen von Ursula Dorothee Volkland als stellvertretende Vorsitzende. Beide Wahlen erfolgten einstimmig.

Die Spende des Verbandes ging in diesem Jahr an das Projekt „Frauenorte Niedersachsen“. Die Geschäftsführerin Antje Peters und die Projektleiterin Heidi Lindner vom Landesfrauenrat e.V. dankten dem Verband vor der Versammlung ausdrücklich für die Unterstützung.

Ein gemeinsames Mittagessen schloss die Bundestagung und die ausgefüllten Kulturtage in Hannover ab.